
Viele Kunden haben – nicht minder irritiert als wir Magnethändler – in den letzten Monaten erfahren müssen, dass Magnete aus NdFeB, also Neodymmagnete, im Preis um bis zu 600 % gestiegen sind...
Neodym gehört zu den sog. Seltenen Erden, die auch für die Halbleitertechnik eingesetzt werden. China hat mit einer jährlichen Förderung von über 120.000 Tonnen nahezu ein Monopol auf diesem Markt – weit über 90 % des weltweiten Bedarfs stammen aus chinesischer Produktion. Diese Monopolstellung hat sich die chinesische Politik seit dem Frühjahr 2011 zunutze gemacht und die Fördermenge drastisch gedrosselt. Die Folge war eine Verknappung von Neodym, die wiederum einerseits Preisexplosionen, andererseits Lieferschwierigkeiten begründete.
Derzeit hat sich die Lage auf dem nun erreichten hohen Niveau einigermaßen beruhigt; seit einigen Wochen stagnieren die Preise. Andere Länder arbeiten inzwischen mit Nachdruck an der Förderung der dort vorkommenden Seltenen Erden (z.B. Staaten der GUS und Australien), so dass erwartet wird, dass diese Vorkommen mittelfristig auf den Markt kommen.
Magnete aus NdFeB haben den Vorteil, dass sie besonders stark sind und in ihrer silberfarbenen (vernickelten) oder goldenen Beschichtung auch im Sichtbereich gut einsetzbar sind. Eine Alternative zu der Stärke dieser Magnete besteht einzig in SmCo-Magneten (Magneten aus Samarium-Kobalt), die im Wesentlichen in zwei verschiedenen Qualitäten angeboten werden (SmCo5 und Sm2Co17). Der Vorteil von Samarium-Kobalt-Magneten gegenüber den Neodymen ist ihre Hitzebeständigkeit; sie halten Temperaturen von bis zu 300°C aus, während Neodyme nicht über 80°C erhitzt werden dürfen. Ihr Nachteil besteht darin, dass sie aufgrund ihrer Optik nicht für den Einsatz im sichtbaren Bereich geeignet sind.
SmCo-Magnete erreichen nicht die Stärke von NdFeB-Magneten, kommen ihnen aber durchaus nahe. Bislang war die Samarium-Kobalt-Variante keine Alternative zu Neodym, denn SmCo war deutlich teurer und die Lieferzeiten waren ebenso deutlich länger. Durch die Preisexplosionen im Bereich des Neodym und die Verlängerung der Lieferzeiten jedoch kann der Magnet aus SmCo durchaus eine Alternative darstellen, wenn die Optik eine nachgeordnete Rolle spielt und auf geringfügig größere Abmessungen gegenüber dem Neodym ausgewichen werden kann.