
Nach der Erfindung des Generators lag es eigentlich nahe, diesen auch mit einer "Windmühle" zu koppeln und auf diese Weise Strom zu erzeugen. Dennoch wurde davon bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts kaum Gebrauch gemacht, da die Stromerzeugung mit Kohle, Öl, Gas oder Wasserkraft ungleich ergiebiger und wirtschaftlicher war.
Auch technische Probleme spielten bei dieser Zurückhaltung eine Rolle. Das Gewicht elektrischer Generatoren verhält sich nämlich umgekehrt proportional zu ihrer Drehzahl. Das heißt, daß sie bei gleicher Leistung um so wuchtiger ausfallen müssen, je langsamer sie drehen. Das stört bei Dampf- oder Wasserkraftwerken nicht so sehr. Hier ruhen Generator und Turbine samt dem möglicherweise nötigen Übersetzungsgetriebe auf festen Fundamenten. Beim Windkonverter muß dagegen der Generator aus praktisch-technischen Gründen in der Nähe des Rotors untergebracht werden, also in luftiger Höhe, wo jedes zusätzliche Kilo austariert werden muß. Hinzu ergibt sich aus der erforderlichen Kleinheit des Generators eine erhebliche Disparität seiner Drehzahl zur Rotordrehzahl. Anders als etwa bei Wasserkraftwerken scheidet eine direkte Kupplung von Rotor- und Generatorwelle von vornherein aus. Man braucht in praktisch allen Fällen ein Getriebe, das nicht nur Reibungsverluste bedingt, sondern auch bis in die jüngste Vergangenheit erhebliche technische Probleme aufwarf, je höher das erforderliche Übersetzungsverhältnis vom Langsamen ins Schnelle war.
Um das Übersetzungsverhältnis möglichst klein zu halten, waren die Konstrukteure von Anfang an bemüht, die Drehzahl des Rotors zu steigern. Dies bedingte die Abkehr vom vielblättrigen Langsamläufer mit hohem Drehmoment, wie er für den Direktantrieb von Pumpen taugte. Stattdessen ging der Trend zu schnellaufenden Rotoren mit möglichst wenigen Flügeln, die aerodynamisch optimiert wurden.Enercon spezialisierte sich fortan ganz auf diese Bauweise und bot sie auch in höheren Leistungsklassen an. Die vorläufig größten Ausmaße hatte die E-112 mit einer Nennleistung von 4,5 bzw. 6 MW, bei der die Turmkopfmasse samt Rotorblättern das Gewicht von 504 Tonnen erreichte. Das waren rund 200 Tonnen mehr als bei vergleichbaren Anlagen mit Getriebe.
Das hohe Generatorgewicht brachte allerdings auch Probleme mit sich. So brach anfangs bei einigen Anlagen des Typs E-40 der 25 Tonnen schwere Generatorkopf samt dem Rotor ab und stürzte zu Boden. Es war auch recht schwierig, die schweren Turmköpfe zu montieren. Die konstruktionsbedingten Nachteile dürften auch der Grund dafür sein, daß Enercon die an Land erfolgreiche E-112 nicht für den Offshore-Einsatz auf hoher See weiter entwickelte, sondern dieses Geschäft den Getriebe-Anlagen von Repower und Multibrid überließ.