
Wenn der Motor an die Spannung angeschlossen wird, beginnt die Maschine mit einer Drehzahl zu laufen, die knapp unter der Synchrondrehzahl des Strommagnetfeldes liegt. Wie geht das nun vor sich? Wenn wir von oben auf die Rotorstäbe hinuntersehen haben wir ein Magnetfeld, das sich relativ zum Rotor bewegt. Das induziert einen starken Strom in den Rotorstäben, die einen sehr geringen Widerstand aufweisen, weil sie durch die Endringe kurzgeschlossen sind. Aufgrund dies Stromes baut der Rotor seine eigenen Magnetpole auf, die ihrerseits wieder von den elektromagnetischen Kräften des rotierenden Statormagnetfeldes angezogen werden.
Generatorbetrieb
Was passiert nun, wenn wir den Rotor mit der exakten Synchrondrehzahl des Generators (z.B. 1500U/min.) antreiben? Die Antwort ist: nichts! Da sich das Magnetfeld genauso schnell wie der Rotor dreht, tritt im Rotor keine Induktion auf, die mit dem Statorfeld wechselwirken könnte. Wenn wir jetzt aber die Drehzahl über 1500U/min. erhöhen, bewegt sich der Rotor schneller als das rotierende Magnetfeld des Stators, was nichts anderes bedeutet, als dass der Stator wieder einen starken Strom im Rotor induziert. Je stärker wir den Rotor antreiben, umso mehr Energie wird über das elektromagnetische Feld in den Stator transportiert und schließlich als Elektrizität ans Netz geliefert.
Generatorschlupf
Die Geschwindigkeit des Asynchrongenerators hängt von der Größe der antreibenden Kraft (Drehmoment) ab. In der Praxis ist der Unterschied zwischen der Vollastdrehzahl sehr klein, rund 1 Prozent. Diese Differenz in Prozent der Synchrondrehzahl wird als Generatorschlupf bezeichnet. Ein 4-poliger Generator wird im Leerlauf mit 1500U/min. drehen, wenn er an ein Netz mit 50 Hz angeschlossen ist. Im Vollastbetrieb läuft er dann mit 1515U/min. Es ist eine recht nützliche mechanische Eigenschaft, dass der Generator seine Drehzahl leicht erhöht oder senkt, wenn sich das Drehmoment ändert. Das bedeutet nämlich, dass das Getriebe einem geringeren Verschleiß ausgesetzt ist (geringes maximales Drehmoment). Dies ist einer der wichtigsten Gründe dafür, warum man bei Windkraftanlagen, die direkt an das Netz gebunden sind, Asynchrongeneratoren verwendet.