
NdFeB (Neodym)
Dieser inzwischen wohl bekannteste Werkstoff zeichnet sich durch besonders hohe Energiedichten (Energieprodukt B*Hmax) bei Raumtemperatur aus. Er ist aufgrund seiner hohen
Koerzitivfeldstärke extrem stabil gegen entmagnetisierende Felder. Nachteilig ist seine hohe Korrosionsanfälligkeit zu nennen, der beim Einsatz in feuchten und aggressiven
Atmosphären mit entsprechender Oberflächenbeschichtung als Korrosionsschutz begegnet werden muss. Ein weiterer Nachteil gegenüber anderen Werkstoffen sind auch seine
eingeschränkte Temperaturstabilität und sein vergleichsweise hoher Temperatur-Koeffizient, wenn auch mittlerweile die Möglichkeit von Einsatztemperaturen von bis zu 220 °C
besteht . Trotz genannter Nachteile hat dieser jüngste industriell hergestellte Magnetwerkstoff mittlerweile einen sehr hohen Marktanteil erreicht und konnte in vielen
Anwendungen andere Magnetwerkstoffe substituieren.
Seit seiner Markteinführung in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ist der Preis dieses Werkstoffs erheblich gefallen und beträgt nur noch ca. 15 - 20 % des
Einführungspreises. Allerdings ist heutzutage aufgrund der Rohstoffpreisentwicklung immer wieder mit Preiserhöhungen zu rechnen.
Die Herstellung erfolgt, wie bereits beschrieben, durch Verpressen von auf kleinste Korngrößen gemahlenen Pulvers in einem geeigneten Presswerkzeug, das der Geometrie des
fertigen Magneten angepasst ist. Diese Werkzeuge sind abhängig von den Serienstückzahlen ein- oder mehrfach ausgelegt. Die Anisotropie wird dabei durch ein Elektromagnetfeld
während des Verdichtungsvorgangs voreingestellt. Dieses Feld kann sowohl in Pressrichtung als auch senkrecht dazu wirken.